Das Auge: Aufbau & Funktion

Das Auge wird oftmals als das essenziellste aller unserer Sinnesorgane bezeichnet. Diese Annahme trifft wohl auch zu, wenn man bedenkt, dass wir zwischen 80 und 90 % aller Sinneseindrücke mit unseren Augen wahrnehmen.

Tatsächlich lässt sich die Funktionsweise des Auges mit der einer Kamera zu vergleichen. Durch einen komplexen Vorgang werden die Eindrücke, die durch den Lichteinfall entstehen, verarbeitet und zu einem Gesamtbild zusammengesetzt.

Das in das Auge einfallende Licht trifft dabei zuerst auf die Hornhaut und die Linse. Das Licht wird von der Linse so gebrochen, dass auf der dahinter befindlichen, lichtempfindlichen Netzhaut ein ‚Bild‘ entstehen kann. Daraufhin werden diese Lichtimpulse im Auge in elektrische Reize umgewandelt.

Diese elektrischen Reize werden dann über unser Nervensystem, in diesem Falle über den Sehnerv, direkt in das Gehirn geleitet. Hier können diese Impulse zu den entsprechenden Bildern verarbeitet werden, die wir in nahezu Echtzeit wahrnehmen.

Um zu gewährleisten, dass durch einen zu großen Lichteinfall in das Auge keine Reizüberflutung im Gehirn stattfindet, regelt die Pupille die Menge des Lichts, welches auf die Netzhaut trifft. Die Pupille funktioniert dementsprechend wie eine Blende. Durch die Veränderung ihrer Größe wird auch der Lichteinfall reguliert. Eine große Pupille lässt somit viel Lichteinfall zu, eine kleine wenig.

Die Veränderung der Größe der Pupille wird durch die Muskeln in der Iris bewirkt. Ziehen sich diese zusammen, wird die Pupille größer und umgekehrt.

Für das punktuelle Scharfe sehen sind nur etwa 2 % der Netzhaut im Auge verantwortlich. Dies ist nicht verwunderlich, wenn man bedenkt, wie klein der Bereich für das Scharfe sehen ist. Wenn Sie beispielsweise diesen Text lesen, werden Sie merken, dass nur ein kleiner Bereich Ihres Sehfeldes um das jeweilige gelesene Wort wirklich scharf ist.

Diese 2 % der Netzhaut werden Makula oder auch ‚Gelber Fleck‘ genannt. Der restliche Bereich auf der Netzhaut ist lediglich für das periphere Sehen, also das Wahrnehmen von Bewegungen in unserem mittleren und äußeren Sehfeld verantwortlich.

Das Scharfe erkennen von weit entfernten oder nah gelegenen Objekten wird im Auge durch eine Krümmung der Linse bedingt. Dies ist mit dem Wechsel eines Objektivs bei einer Kamera zu vergleichen. Mit der Krümmung der Linse wird eine Veränderung der Brennweite bewirkt. Je näher ein Gegenstand ist, desto stärker wird die Linse gekrümmt, um ihn vollends auf der Netzhaut bündeln zu können.

Ist ein Gegenstand weit entfernt, können die Lichtstrahlen durch eine flachere Linse so exakt auf der Netzhaut zusammengeführt werden. Diesen Effekt nennt man Akkommodation.

Das genaue Eintreffen der Lichtstrahlen auf der Netzhaut ist die wichtigste Bedingung für das scharfe Sehen. Durch den komplexen Vorgang des Sehens gibt es dementsprechend einhergehend mit den vielen zu erfüllenden Voraussetzungen an das Auge auch große Risiken.

Damit eine scharfe Abbildung auf der Netzhaut entstehen kann, muss beispielsweise auch das Verhältnis zwischen der Größe des Auges und der Brechkraft der Linse stimmen. Sind diese Faktoren erfüllt, spricht man von einem normalsichtigen Auge. Stimmt das Verhältnis zwischen Größe des Auges und Brechkraft der Linse nicht, spricht man von Fehlsichtigkeit. Diese ist wiederum in folgende Kategorien zu unterteilen:

  • Kurzsichtigkeit
  • Weitsichtigkeit
  • Alterssichtigkeit
  • Stabsichtigkeit

Bei der Kurzsichtigkeit ist oftmals die Brechkraft der Linse im Verhältnis zur Länge des Auges zu groß, oder entsprechend das Auge im Verhältnis zur Brechkraft zu lang.

Die Weitsichtigkeit wird durch den genau gegensätzlichen Fall bedingt. Hier ist das Auge zu kurz oder die Brechkraft der Linse im Vergleich zur Größe des Auges zu gering.

Bei der Stabsichtigkeit ist die Hornhaut unregelmäßig geformt. Durch die unregelmäßige Krümmung werden ins Auge einfallende Lichtstrahlen auf der Netzhaut nicht wie üblich an einem Punkt gebündelt, sondern als Linie dargestellt. Dadurch sieht man Gegenstände in der Nähe und in der Ferne verzerrt oder unscharf.

Dieser Artikel enthält lediglich allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder –behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Daher ist auch eine Beantwortung individueller Fragen nicht möglich.

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